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Bedenken zur Steinmetzstraße

Bedenken Neubaumaßnahme Steinmetzstraße

Grundsätzlich ist die Initiative Gründerzeitviertel e.V. für eine Bebauung der Brachflächen an der Steinmetzstraße. Wir haben aber Bedenken, was den derzeitigen Plan betrifft. Diese setzen sich im Wesentlichen aus folgenden Punkten zusammen:

Die Verkehrsführung durch das Gründerzeitviertel ist für uns keine Option, da das Viertel nicht noch mehr motorisierten Individualverkehr verträgt. Dies bezieht sich im Besonderen auf die Sittardstraße und die Straßen rund um den Schillerplatz. Ein höheres Verkehrsaufkommen ist mit dem im nächsten Jahr geplanten Umbau des Platzes und der damit einhergehenden Verkehrsberuhigung unvereinbar. Da die Sittardstraße im Kreuzungsbereich Steinmetzstraße schon heute ein Nadelöhr ist, sehen wir auch dort keine Möglichkeit für ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, besonders hervorgerufen durch Besucher eines dort geplanten Nahversorgers.

Ein Nahversorger im geplanten Neubau ist für uns ebenfalls überdenkenswert, da es im Umkreis bereits mehrere Nahversorger gibt und im geplanten Neubau für die Fläche des Haus Westland auch Nahversorger in derselben oder doppelten Größe geben soll. Dies führt uns zu einem weiteren wichtigen Punkt. Aus unserer Sicht werden im Moment beide Baugebiete (776 und 481) separat gesehen und geplant. Auf Grund des für die Stadt und in besonderen das Gründerzeitviertel wichtigen Standortes ist eine Gesamtbetrachtung mit gemeinschaftlichem Bebauungsplan ein ganz entscheidender Faktor.

Bedenken gegen den Bebauungsplan Nr. 776/N

Wie in Ihrem Punkt 2.6 erwähnt, tangiert das Planungsgebiet die Masterplanmaßnahme „G9a Hauptbahnhof – Europaplatz“. Aus diesem Grund und vor allem vor dem Hintergrund des Wettbewerbs zum Haus Westland raten wir dringend dazu, die beiden Gebiete als Gesamtes zu betrachten. Siehe dazu den Bebauungsplan Nr. 481/III, auf welchem das westliche Teilstück mit eingezeichnet ist.

In Punkt 5.1.1 weisen Sie für das Baufeld Ost kleinteiligen Einzelhandel aus. Da in diesem Bereich kein ausreichender Parkraum vorhanden ist und in unmittelbarer Nachbarschaft (Eickener Straße) viele kleinteilige Gewerbeimmobilien leer stehen sehen wir hier keinen geeigneten Ort für Einzelhandel. Unserer Meinung nach wird ein Leerstand entstehen. Sollte sich wider Erwarten genug Gewerbe ansiedeln, so ist davon auszugehen, dass an anderer Stelle, im schlimmsten Falle der gerade aufstrebenden Eickener Fußgängerzone, Leerstand entsteht.

Der in Punkt 5.1.2 angesprochene und genehmigte großflächige Einzelhandel (größer als 1.200 qm) kollidiert mit dem bestehenden Angebot von mindestens fünf Einzelhändlern in Umkreis und vor allem der Anforderung an Haus Westland. Die zentrale Nutzung des Neubaus Haus Westland sieht in der Variante +5 m einen Lebensmittelmarkt mit 1.030 qm und einen Biomarkt mit 1.250 qm vor. In der Variante +20 m sogar 1.200 qm und 2.000 qm für den Bio-Markt.

Punkt 5.5 Parkhäuser und Tiefgaragen sieht eine Verkehrsführung durch das Gründerzeitviertel vor, indem die Anwohnertiefgarage über die Margarethenstraße und Südseite des Schillerplatzes erfolgen soll. Die Initiative Gründerzeitviertel e.V. unterstützt keine Verkehrsplanung im Rahmen dieses Bebauungsplanes, die den motorisierten Individualverkehr im Gründerzeitviertel erhöht. Wir werden im Gegenteil öffentlich Position beziehen, dass der zu- und abfließende Verkehr über die Steinmetzstraße geführt wird, die durchaus eine Abbiegespur verträgt an dieser Stelle. Die Einbahnstraßenregelung der unteren Schillerstraße könnte an der Kreuzung Steinmetzstraße für einen kleinen Teil aufgehoben werden. Da wir den Verkehr vor allem vom Schillerplatz fernhalten möchten, weil sich in absehbarer Zeit mehr Außengastronomie dort etablieren wird, plädieren wir für eine Aufhebung der Einbahnstraßenregelung auf der Schillerstraße, so dass die Tiefgarage von der Steinmetzstraße angefahren werden kann.
Die Verkehrsführung für das der Allgemeinheit zugängliche Parkhaus auf der Sittardstraße ist nicht zielführend, da die Sittardstraße schon heute im Bereich der zukünftigen Zufahrt zu eng ist und hier mit erheblichen Rückstaus zu rechnen ist. Durch die Schaffung eines Fahradweges wird sich diese Situation noch verschärfen. Wir vermissen auch eine Schätzung des erwarteten Mehr an Verkehr, wie es für die Margarethenstraße erstellt wurde (ca. 110 Fahrten pro Tag).

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